Die Geschichte Vollersrodas

Vollersroda wird erstmals im Jahr 1262 in einer Urkunde des Volrad von Kranichfeld für das Kloster Oberweirnar mit dem Ortsnamen Volradshrode genannt. Später gehört der Ort zu den Besitzungen der Grafen von Weimar-Orlamünde und der Grafen von Schwarzburg (1428), der Familien von Harras (1440) und Meusebach (1508). 1597/98 verkaufte der damalige Kanzler Dr. Gerstenbergk den Ort dem Weimarer Herzog Friedrich Wilhelm.

Vollersroda hat die für hochmittelalterliche Gründungen typische Form eines Straßendorfes, das regelmäßig angelegt und nach außen scharf abgegrenzt ist. Anders als gewöhnlich wurde die Kirche nicht in die Häuserzeile eingegliedert, sondern hat durch platzartige Erweiterung der Häuserzeilen die zentrale Stellung im Dorf.

Die Bevölkerung lebte von der Landwirtschaft in mittel- und kleinbäuerlichen Besitzverhältnissen. Es gab 1686 und 1715 neben 6 Anspännern 7 bzw. 9 Hintersattler. Bis zur Mitte des 19.Jh. waren die Höfe mit starken Frondiensten für die Kammergüter Köttendorf und Ehringsdorf belastet. Das für den örtlichen Bedarf arbeitende Handwerk war nur schwach vertreten. 1858 gab es 6, 1884 und 1930 je 4 Betriebe. Im 19.Jh. wurde in Vollersroda Torfstecherei betrieben, das Anbaugebiet dann aber in Teiche umgewandelt.

Es gab schon Ende des 19.Jhs. "einen geringen Bauernstand, in der Mehrzahl kleine Leute und Arbeiter". Seit Anfang des 20.Jhs. arbeitete ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung in Weimarer Betrieben. Im 18 Jh. gab es offenbar einen Lehrer in Vollersroda. 1850 und 1910 wurden Schulgebäude errichtet, von denen aber heute keines mehr als Schule fungiert.

1945 erhalten 18 landarme Bauern und Arbeiter Boden von der Bodenreform aus den Gütern Köttendorf und Ehringsdorf. Die Bauern müssen nach einem Ablieferungssoll ihre Erzeugnisse Eier, Fleisch, Milch, Getreide, Kartoffeln, Öl-früchte und Wolle zur Versorgung der Bevölkerung an den Staat abliefern. Die Bauern können über das Soll hinaus "freie Spitzen" verkaufen und verbessern damit ihre Ergebnisse.

In den Jahren 1945-1946 kamen etwa 30-40 Umsiedlerfamilien aus Ostpreußen, Schlesien und dem Sudetenland nach Vollersroda, von denen etwa 10 Familien hier andsässig wurden.

Im April 1960 schließen sich alle landwirtschaftlichen Betriebe zur LPG Typ I "Am Wachhügel" Vollersroda zusammen, mit einer LNF von 180 ha aus 26 Betrieben mit 54 Mitgliedern, die sich 1969 der LPG "Einheit" Legefeld anschließt und gleichzeitig eine Trennung der Tier- und Pflanzenproduktion erfolgt, gleichzeitig auch die Gründung der KAP Gelmeroda erfolgt (Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion Gelmeroda). 1972 schließt sie sich der LPG "Ernst Thälmann" Isseroda an, die eine spezialisierte LPG - Pflanzenproduktion wird.

Der erste Kindergarten wurde in der Veranda der ehemaligen Gaststätte "Schmidt" eingerichtet, ab 1951 oder 1952 in der ehemaligen Gaststätte "Zum Bügeleisen", nach deren Schließung. Nachdem 1971 die letzte Schulklasse nach Legefeld in die neuerbaute Schule ausgegliedert wurde, zog der Kindergarten in die Schule um. In den folgenden Jahren wurde diese durch Modernisierungsmaßnahmen zu einem modernen Kindergarten ausgebaut.

Die Gaststätte "Schmidt" wurde vom Rat der Gemeinde 1957 als VE-Grundstück erworben und in den Folgejahren von 1960-1986 instand gesetzt, erweitert, rekonstruiert, modernisiert und zu einer modernen gepflegten Gaststätte eingerichtet.
Der Saal der Gaststätte wurde für die jährliche im Herbst stattfindende Vollersrodaer Kirmes (Kirchweih) genutzt.

Der Straßenbau wurde 1967-68 durch die KDS mit Schwarzdecke in der Ortslage durchgeführt. Von 1972-1975 wurde erstmals eine Gehweganlage in der Ortslage gebaut.

Von 1969-1971 wurde der Wasserleitungsbau in der Gemeinde, mit Anschluß an die "Ohratrasse" bei Gelmeroda durchgeführt, die durch Erschließung an den Eigenheimstandort "Taubacher Weg" 1978 und "Zum Steinbruch" 1986 erweitert wurde.

1972 wurde der Bau der Löschwasserzisterne durchgeführt als Löschwasserreservair in trockenen Jahren mit 100 m³ Fassungsvermögen.

1974 wurde die Bushaltestelle gebaut und ein alter Stall zum Jugendraum ausgebaut.
Am 07.10.1974 wurde die Kegelbahn erstmals eröffnet.

1975 wurde der Konsum zu einer modernen Verkaufsstelle mit Teilselbstbedienung umgebaut.

Von 1968-1977 wurde im gesamten Territorium die Kanalisation gebaut mit 3500 lfm einschließlich der Teichentwässerung.

Von 1979-1981 wurde die Energieumstellung von 220 auf 220/380 Volt einschließlich der Erschließung Eigenheimstandort durchgeführt.